Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

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Wir teilen alle miteinander die großen Aufgaben unserer Zeit: den Frieden sichern, die Schöpfung bewahren, die Not bekämpfen. Wo immer Armut entsteht, bedroht sie am Ende die Menschheit im Ganzen.“
Friedrich von Weizsäcker


Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland konzentriert sich weltweit auf 70 Länder. Ägypten ist aufgrund seiner strategischen Lage im Nahen Osten ein Schwerpunktland deutscher Entwicklungspolitik. Ägypten hat traditionell eine wichtige Funktion als Vermittler in der krisengeschüttelten Region des Nahen Ostens. Durch die neue Nachbarschaft mit der erweiterten EU und durch das Assoziierungsabkommen, das bis 2010 die Einrichtung einer Freihandelszone im Mittelmeerraum vorsieht, ist Ägypten als Partner noch wichtiger geworden.

Bei den ägyptisch-deutschen Regierungsverhandlungen im September 2006 wurden dem Land rund 200 Millionen Euro zugesprochen. Die Gesamtzusagen der Bundesrepublik Deutschland seit Beginn der Kooperation im Jahre 1963 belaufen sich inzwischen auf fast 5 Mrd. Euro. Nach den USA ist Deutschland damit das zweitgrößte Geberland Ägyptens. Die kontinuierliche deutsche Unterstützung genießt auf ägyptischer Seite hohes Ansehen.

Ägypten ist eines der größten und dicht besiedelten Länder des Nahen Ostens und steht damit vor einer Reihe ernstzunehmender Herausforderungen. Die Bevölkerung hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Die zunehmende Verschmutzung von Luft und Wasser beeinträchtigt die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Im Index der menschlichen Entwicklung steht Ägypten seit Jahren nur an Platz 120 (von 177 Ländern). Ein Viertel der Ägypter lebt mit weniger als 2 US $ pro Tag unterhalb der Armutsgrenze. Die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung treibt viele in die Arme fundamentalistischer Organisationen. Bei der Ausgestaltung der Entwicklungszusammenarbeit wird auf die Bekämpfung der Armut daher besonderes Gewicht gelegt.

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 Bereiche der Zusammenarbeit

Das deutsche Engagement hat ein klares Profil, es ist auf wenige Schwerpunkte konzentriert, damit die Entwicklungsgelder wirksam und effizient eingesetzt werden können. Die Schwerpunkte, die 2001 mit der ägyptischen Regierung vereinbart wurden, beziehen sich auf die Bereiche:

- Wasserwirtschaft, einschließlich Wasserversorgung, Bewässerung- und Entwässerung, Abwasserentsorgung, Dezentralisierung des lokalen Wassermanagements

- Umwelt, Erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Klimawandel, Abfallwirtschaft, industrieller Umweltschutz, nachhaltige Nutzung und Schutz natürlicher Ressourcen


Schwerpunkt:

Erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Klimawandel

Für ein solides Entwicklungskonzept und anhaltendes Wirtschaftswachstum ist die Verfügbarkeit von ausreichend und bezahlbarer Energie eine wesentliche Voraussetzung. Ägypten verfügt über ein enormes Potential zur Erzeugung von Energie aus Wind- und Sonnenkraft. Fast nirgendwo auf der Welt weht der Wind so beständig stark und gleichmäßig wie in der Roten Meer Region. Ägypten hat zudem sehr starkes Interesse an der Beteiligung an internationalen Prozessen und Konventionen zum Klimaschutz durch die Steigerung der Produktion von alternativer Energie und Förderung von Energieeffizienz. Ägypten plant bis 2020 20% seines Energiebedarfs aus Wind und Sonne zu decken.


Dieses starke Interesse Ägyptens an der Entwicklung Erneuerbarer Energie und Eniergieeffizienz hat sich eindrücklich in zwei Initiativen der ägyptisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit manifestiert:


Am 25. Juni 2008 wurde das Regionalzentrums für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz (Regional Center for Renewable Energy & Energy Efficiency - RCREEE) in Kairo eröffnet. Das Regionalzentrum ist ein Kooperationsprojekt, das Deutschland gemeinsam mit Ägypten, Dänemark und der EU Kommission finanziell und technisch unterstützt. Während der Eröffnungszermonie wurde die begründende „Kairo-Deklaration“ gemeinsam mit den zehn arabischen MENA-Mitgliedstaaten Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien und Yemen unterzeichnet. Das Zentrum dient als regionaler, unabhängiger Think Tank zwischen den Mitgliedstaaten. Es fördert den Austausch von Informationen und Erfahrungen sowie deren Weiterentwicklung in den Bereichen Erneuerbare Energie und Energieeffizienz. Einzelne Projekte zielen auf Fortschritt in Forschung, Politikberatung, Sektorreform, Infrastruktur und die Beteiligung der Privatwirtschaft.


Die zweite wichtige bilaterale Initiative ist die Gründung des gemeinsamen ägyptisch-deutschen hohen Komitees für Erneuerbare Energie, Energieeffizinienz und Umweltschutz. Auf Wunsch und Anregung der ägyptischen Regierung wurde mit dem Komitee die Grundlage für eine intensive ägyptisch-deutsche Zusammenarbeit in den Bereichen Erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Umweltschutz geschaffen. Am 30. Oktober 2007 wurde das gemeinsame Memorandum of Understanding über die Ziele und Aufgaben des Komitees in Kairo unterzeichnet. Auf ägyptischer Seite zählen das Ministerium für Elektrizität und Energie, das Ministerium für internationale Kooperation, das Außenministerium und das Umweltministerium zu den Gründungsmitgliedern. Die Partner auf deutscher Seite sind das BMZ, BMU und BMWi.


In Zusammenarbeit mit dem DAAD wurde ein bikultureller Masterstudiengang zu Erneuerbarer Energie und Energieeffizienz zwischen der Cairo Universität und der Universität Kassel ins Leben gerufen.


Angesichts der steigenden Preise fossiler Energieträger und Brennstoffe ist die Umstellung auf Erneuerbare Energieträger weltweit unerlässlich. Gerade die ärmste Bevölkerungsschicht der Ägypter spürt die Auswirkungen der weltweit steigenden Energiepreise immens und wird noch weiter in die Armut abgleiten. Gelingt es den Anteil Erneuerbarer Energie am Energie-Mix in Ägypten langfristig beträchtlich auszuweiten, so dass die Preise sinken, hat dies einen positiven Effekt auf die Armutsminderung. Im Idealfall produziert Ägypten in Zukunft soviel Erneuerbare Energie, die es diese in die arabischen Nachbarländer und bis nach Europa exportieren kann. Maßnahmen der Energieeffizenz senken den Energieverbrauch und damit die Energiekosten für die Armen. Die beiden Initiativen Regionalzentrum und bilaterales Kommmittee für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz sind somit Meilensteine auf dem Weg zu verbessertem Umweltschutz, wirtschaftlichem Wachstum und zur Entspannung der sozialen Lage in Ägypten. Sie sind beispielhaft für die enge, zukunftsweisende und partnerschaftliche ägyptisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Ägypten hat den Ko-Vorsitz der im Juli 2008 auf maßgeblich frz. Initiative gegründeten Mittelmeer - Union inne. Diese Initiative i. R. des Barcelona-Prozesses hat als eine Maßgabe die Umsetzung einer Solarstrategie zur Gewinnung von Energie durch solarthermische Kraftwerke zur Aufgabe. Deutschland ist wie Ägypten an der Umsetzung dieser Ziele interessiert; die weitere wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens und der Region sowie den Verkauf grüner Energie nach Europa.

 


Egyptian Ministry of Electricity and Energy

http://www.moee.gov.eg/english/e-fr-main.htm


New & Renewable Energy Authority (NREA)

http://www.nrea.gov.eg


Egyptian Environmental Affairs Agency:

http://www.eeaa.gov.eg/

 
Regional Center for Renewable Energy & Energy Efficiency (RCREEE)

http://www.rcreee.org

 
Joint Committee for Renewable Energy & Energy Efficiency (JCEE)

http://www.jcee-eg.net


Delegation der EU-Komission in Ägypten:

http://www.delegy.ec.europa.eu


BMZ

http://www.bmz.de


BMU

http://www.bmu.de


BMWI

http://www.bmwi.de


Dänische Botschaft in Ägypten:

http://www.ambkairo.um.dk/en



 


Wasserwirtschaft

Ägypten gehört zu den wasserärmsten Ländern der Erde. Nahezu der gesamte Wasserbedarf wird aus dem Nil gedeckt. Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung konkurrieren zunehmend um die Verteilung des Wassers. Die Wasserknappheit wird verschärft durch die zunehmende Verschlechterung der Wasserqualität durch Abwässer, Pestizide und Düngemittelrückstände. Immer wieder kommt es aufgrund von unsauberem Trinkwasser zu Todesfällen.

Mit Abstand am meisten Frischwasser verbraucht die Landwirtschaft (84 Prozent), und nur drei Prozent dienen der Trinkwasserversorgung. Um schwerwiegende Folgen für Ägypten zu vermeiden, muss die Effizienz der Wasserverwendung gesteigert werden. Die deutsche Seite hilft daher bei der Finanzierung von Stauwehren, Bewässerungskanälen, Trinkwasserleitungen und Abwässerkanälen. Ziel der Maßnahmen ist es, den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erhöhen und die Gesundheit der Bevölkerung durch eine geregelte Abwasserentsorgung zu verbessern. Dabei ist die Dezentralisierung ist ein wichtiges Ziel deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit betroffenen Bauern werden Strategien für eine effizientere Nutzung des Wassers entwickelt, z.B. durch den Aufbau lokaler Wassernutzgemeinschaften.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Entwicklungspolitik wird heutzutage als globale Struktur- und Friedenspolitik verstanden. Sie soll helfen, Krisen und Konflikte friedlich zu bewältigen, knappe Ressourcen besser zu verteilen und vor allem helfen, die weltweite Armut zu verringen. Umfassende Informationen zur deutschen Entwicklungspolitik erhalten Sie auf der Website des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Kleinstprojekte der Deutschen Botschaften

Im Rahmen von Kleinstprojekten haben die deutschen Auslandsvertretungen die Möglichkeit, Maßnahmen zu fördern, die den Bedürfnissen der sozial schwächsten Bevölkerungsgruppen direkt Rechnung tragen. Zwischen sechs und zehn Projekten werden jährlich mit insgesamt 50.000 Euro unterstützt. In den letzen Jahren wurden unter anderem Projekte ausgewählt, die Schulen für Behinderte, Waisenhäuser, Straßenkinder und medizinische Anlaufstellen betrafen.

Durchführung der Entwicklungszusammenarbeit in Ägypten

Um wirksam helfen zu können, sind viele Hände notwendig. Auf der folgenden Seite wollen wir Ihnen die Institutionen vorstellen, die die deutsche entwicklungspolitische Zusammenarbeit in Ägypten kompetent durchführen:

Magazin zur Entwicklungspolitik







Eine Welt ohne Armut, gewaltsame Konflikte und ökologische Zerstörung - Entwicklungspolitik hat das Ziel, diesem Ideal ein Stück näher zu kommen. Das Magazin zur Entwicklungspolitik berichtet über Initiativen und Projekte in aller Welt... 

iXPOS - Das Außenwirtschaftsportal

Auf den Seiten von iXPOS finden Sie Informationen zur aktuellen Wirtschaftslage in und Rahmendaten für Ägypten sowie Links und Kontaktadressen für Ihren Markteinstieg in Ägypten.

E-Trade Center

Über diese zentrale Geschäftskontaktstelle können deutsche und ausländische Unternehmen Produkte und Dienstleistungen im Internet anbieten bzw. nachfragen. Das E-Trade Center ist damit die führende Internet-Plattform für den deutschen Außenhandel.

Germany Trade & Invest

Die Website der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland (Germany Trade & Invest) bietet ausländischen Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen, umfangreiche Informationen und unterstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte erschließen wollen, mit Aussenwirtschaftsinformationen.

Cleaner Production Germany

Das Internetportal, das umfassend über die Leistungsfähigkeit deutscher Umwelttechnologie und Umweltdienstleistungen informiert.